Man kann die Natur nicht zwingen
Eine kleine Geschichte zum Nachdenken:
Vor zwei Monaten hat sich ein Paar in meiner Sprechstunde vorgestellt. Es bestand eine jahrelange Kinderlosigkeit aufgrund der schlechten Spermienqualität. Ansonsten aber gute Voraussetzungen, da die Frau jung ist und die Spermien das einzige Problem waren.
Trotzdem blieben zwei ICSI-Behandlungen in Deutschland und eine weitere im Ausland ohne Erfolg. Bei letzterem muss man dem Paar im Nachhinein gratulieren, denn der 30jährigen Frau wurden bei der Behandlung
7 Embryonen eingepflanzt!!!
Das ist einer mehr als bei der berühmten Achtlingsmutter.
Wie auch immer, nun stellten sie sich in Bad Münder vor und alles sollte besser werden. Zum Zeitpunkt des Gesprächs stand die Frau kurz vor ihrem Eisprung. 4 Wochen später stellten die beiden sich noch einmal zur Besprechung der Befunde vor und die Patientin klagte darüber, dass ihr Zyklus nun komplett durcheinander sei, sie sei schon zwei Wochen überfällig.
Im Ultraschall ließ sich dann eine schöne Fruchthöhle sehen. Das Paar war meinen therapeutischen Bemühungen schlicht zuvorgekommen und hatte ganz einfach selbst für eine Schwangerschaft gesorgt. Ich hatte es schon einmal anderenorts geschrieben:
Das Geheimnis guter Schwangerschaftsraten: Man muss schnell genug sein.
Diesmal war ich wohl zu langsam. Aber das soll nicht die Quintessenz der Geschichte sein, sondern die Tatsache, dass man selbst mit 7 Embryonen eine Schwangerschaft nicht erzwingen kann und die Natur immer mal wieder Überraschungen parat hat. Dies war eine besonders schöne.

Nun ist es soweit. Ich trage ja schon seit meinem 7. Lebensjahr Brillen. Kurzsichtig halt. Aber nun scheint langsam auch die Altersweitsicht hinzuzukommen. Heute wollte ich die Telefon-Nummer in einer Email anrufen. Und konnte die 5 nicht mehr von der 6 unterscheiden. Zeit für eine Gleitsicht-Brille. Die Knie tun auch schon weh. Über den Rücken wollen wir gar nicht erst reden.
Mein Name ist
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