Blogspam: Hat man einen, kommen alle

19. September 2009

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Wer Blogs betreibt, die gut besucht sind, wird früher oder später damit konfrontiert, dass Spamkommentare abgesetzt werden, die meist ohne sinnvollen Inhalt lediglich dazu dienen, Links zu Seiten zu setzen, damit diese durch Google besser bewertet und gefunden werden können.

Es gibt Programme, um diese meist automatisierten Spamkommentare gar nicht erst zuzulassen. Schwieriger ist es, wenn jemand einen sinnvollen Kommentar schreibt und den Link nur mit seinem Namen verbunden abgibt, wie es ja auch sonst üblich ist bei Kommentaren. Woher weiß ich also, dass jemand, der seinen Namen mit irgendeinem Shop verlinkt, eigentlich nur spammt, wenn die Kommentare jedoch sinnvoll sind?

Erst mal gar nicht. Wenn ich dann aber sehe, dass ich vor einigen Monaten einen solchen Kommentar (im Zweifel für den Angeklagten) zugelassen habe und nun neue Kommentare in meinem Blog (nicht dieser hier) aufschlagen, die einen ganz bestimmten Referrer aufweisen, dann kann man es schon erkennen.

Diese Spezialisten suchen nämlich mit geeigneten Hilfsmitteln nach Blogs, in denen sich bereits Spam-Kommentare befinden, die dort belassen wurden. Wenn man weiß, wonach man suchen muss, weil man für diese anderen Seiten bereits vor einigen Monaten gespammt hat, dann findet man schnell die Seiten der freundlichen Blogbetreiber, die auch mal einen Spamkommentar stehen lassen.

Das vereinfacht die Sache dann ungemein, da man dann nur gezielt die Blogs heraussucht, die einen freundlichen Umgang mit Kommentatoren pflegen. Keine unnütze Arbeit also mit solchen, die rigoros löschen.

Also an alle SMS-Serviceanbieter und Jeansshopbetreiber: Leider steht ihr in meinen Blogs jetzt auf der roten Liste, auch wenn Eure Kommentare noch so sinnvoll sein mögen. Denn:

Hat man einen, kommen alle

Facebook und Twitter: Angefixt

16. September 2009

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Nun bin ich doch zum Twitterer geworden. Natürlich nicht einfach so mit einem Account. Wenn schon, denn schon. Noch in meinem letzten Beitrag abfällig über Twitter geäußert. Und mir selbst den Vorwurf machen müssen, dass ich mich dazu eigentlich erst dann wirklch äußern kann, wenn ich es auch ausprobiert habe.

Nun interessiert sich für mich persönlich mit Recht kaum jemand, aber für meine Foren, Blogs und Praxis. Daher habe ich zunächst ein Twitter-Account für Praxis, Forum und mich selbst eingerichtet und Seiten dafür gebastelt.

Das Publikum im Forum von wunschkinder.net ist jedoch eher kein Twitter-Publikum, wie ich merken musste und daher habe ich auch noch entsprechende Facebook-Accounts eingerichtet. das zu “befüllen” soll nun auch nicht zu einer täglichen Vollzeitveranstaltung werden. Facebook und Twitter lassen sich durch Feeds und Tools synchronisieren und mit entsprechenden Plugins auch direkt aus dem Blog ansprechen.

Grundsätzlich bleibe ich dabei: Als Info-Kanal für mich ist Twitter zu chaotisch und Facebook ist ohnehin nicht meine Welt. Aber als zusätzlichen Kommunikationskanal kann man diese Netzwerke ohne großen Aufwand nutzen.

Twitter führt zur Informationsarmut

3. September 2009

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… im restlichen Netz.

Vor zwei Tagen erst habe ich mein erstes positives Erlebnis mit Twitter hier gepostet. Das ist natürlich eher so die Zustandsbeschreibung meines Verhältnisses zum Microbloggen.

Nun hat Julian Dziki dazu einen Artikel geschrieben, den ich sehr interessant finde. Wesentliche Aussage:

Es gibt ja nicht plötzlich mehr User im Netz – wir haben den Traffic nur weg von unseren Seiten hin zu Twitter verlagert. Und statt (wie früher) Blogbeiträge zu schreiben, retweeten wir nur noch die von anderen.

So sehe ich es auch. Wenngleich dieser Artikel aus der Sicht eines SEOs geschrieben wurde, also von jemandem, der seine Hauptaufgabe darin sieht, bestimmte Internetseiten in den Suchmaschinen besonders gut auffindbar zu machen. Andererseits ist jeder, der eine Seite betreibt ebenfalls daran interessiert, wenngleich seine Vorgehensweisen beschränkter sind als die der Profis.

Letztlich gilt es aber für alle, die Inhalte ins Netz stellen. Warum sollte man gute Inhalte auf 140 Zeichen kürzen und jemandem zur Verfügung stellen? Mal abgesehen davon, dass “meine” Besuchr ohnehin solchen Neuerungen wie Twitter gegenüber überdurchschnittlich wenig aufgeschlossen gegenüberstehen. Mein Blog auf wunschkinder.net hat fast 2000 Besucher täglich, aber nur 10 Abonnenten des Feeds, da ist der Weg zum Twittern noch wirklich weit.

Interessant ist in der Diskussion zu diesem Artikel: Wieso sollte man sein Wissen in einem breiten Blogpost veröffentlichen und damit riskieren, dass gute Linktipps auf Grund des Blogposts obsolet werden. Geschrieben von jemandem, der diesen Gedanken extrem konsequent umsetzt. Sein “SEO”-Blog ist schon seit langem zum zentralen Sprachorgan der Piratenpartei mutiert.

Und meine gute Absicht, Julian bei Twitter zu “followen” habe ich nicht in die Tat umgesetzt: “Hat der Bauer kalte Schuh’ steht er in der Tiefkühltruh’” braucht kein Mensch.

Warum twittern?

1. September 2009

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Wer diese Internet-Hype nicht kennt, hat vermutlich auch keinen Computer. Während “früher”, also bis vor einem Jahr, noch alle brav ihre Blogs mit Texten beschickten, ist nun “Microblogging” der neue Trend. Er kommt denen entgegen, die durch andauerndes Schreiben von SMS geschult sind, kurze Texte zu schreiben, denn mehr als 140 Zeichen darf ein Text nicht haben.

Natürlich habe ich mir für wunschkinder.net ebenfalls ein solches Account zugelegt. Dorthin schicke ich aber nur die Blogposts aus den News und ganz gelegentlich mal einen Link zu interessanten Diskussionen im Forum und das war´s.

Hauptsächlich halte ich diese “Twitterei” für eine extreme Zeitverschwendung, wenn man sie denn ernsthaft betreibt ist es so als würde man dauerhaft an einem Echtzeitchat teilnehmen, in dem sich jeder über die Nebensächlicheiten dieser Welt auslässt. Vermutlich bin ich zu dumm, die Perlen zu finden.

googlefailureHeute hatte ich jedoch ein Highlight. Ich wollte auf meine Mails bei “Googlemail” zugreifen und erhielt dauerhaft eine Fehlermeldung. Ich dachte zunächst, es würde an einer ungeschickten Browsereinstellung oder einem anderen bei mir begründeten technischen Problem liegen. Ein Blick bei Twitter zeigte jedoch binnen kurzem, dass es ein weltweites Problem zu sein scheint. Das macht´s zwar nicht besser, denn an meine Mails komme ich immer noch nicht, aber man fühlt sich nicht mehr so alleine.

Das ist mein erstes positives Twittererlebnis. Ich habe allerdings den Verdacht, dass es auf längere Zeit mein letztes sein wird.

Update: Heute soll es wohl nicht sein:

Auch twitter lässt mich im Stich

Auch twitter lässt mich im Stich

Webdesigner

26. Juni 2009

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webmaster1Wer wirklich mal ein echtes Retro-Design (incl. Retrodesigner) anschauen möchte, sollte es wagen und sich diese Seite einmal besuchen. Vorher die Lautsprecher runterfahren, kann ich nur empfehlen. Grandios. So sah meine erste Webseite auch ungefähr aus… vor 10 Jahren.

Und den Trailer bitte bis zum Ende anschauen, das Kundentelefonat ist vorbildlich.

Although nichts wagte es nichts gained

26. Juni 2009

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Recht hat er, der Patrick K. W Chan. Wer nichts wagt, gained auch nichts. Und worum es geht, teilt er (bzw. sein automatisches Übersetzungstool) auch gleich mit:

wir Aktien im Verhдltnis zu vereinbaren beide von uns, endlich nach, dass ich verpflichtet, Sie mit mehr Informationen ьber diesen Vorgang.

Ui, das klingt aber schon recht gewagt. Aber Patrick kann einen auch gleich beruhigen: “Everything ьber diese Transaktion wird rechtlich ohne Haken.“. Bei so ausgefeilter Prosa kann ich leider den Wunsch “Bitte bemьhen zu beobachten, hцchste Diskretion in allen Fragen im Zusammenhang mit diesem Thema.” nicht beachten.

Wenn man mal nichts zu lachen hat, einfach in den Spam-Ordner schauen. Es lohnt sich immer wieder.

Und das Geld liegt geradezu auf der Straße:

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr.Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.

Schreibt “Martins Weber dito” in einer anderen Mail, in der er mich als “lieben Freund” anspricht.

So viele nette Menschen in meinem Spamordner. Eigentlich ungerecht.

SEO: die wichtigsten Ranking-Faktoren

21. Juni 2009

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…erstellt von den wichtigsten Experten zum Thema Suchmaschinen-Optimierung, gefunden bei Seokratie.

Jedes Jahr auf´s neue wird von SEOmoz eine Umfrage durchgeführt, in denen Suchmaschinen-Spezialisten die wichtigsten Rankingkriterien aufführen. Ich bin natürlich kein SEO, aber jeder, der eine Seite im Internet hat, sollte dafür sorgen, dass sie gefunden wird.

Da Vieles davon leicht umsetzbar ist und über die übliche Kaffesatzleserei hinausgeht, lege ich mir das mal hier ab für Zeiten, in denen ich mich mal wieder ein wenig intensiver mit dem Thema SEO beschäftigen kann/muss.

Podcast erstellen und veröffentlichen

10. Juni 2009

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Mal wieder eine kleine Gebrauchsanweisung, mehr für mich selbst, damit ich nicht beim nächsten Mal wieder ganz von vorne beginnen muss, aber auch für andere, die sich über Google hierher verirren.

Grundproblem: Mehrere Dateien auf einer CD, die als “CD-Audiospur” gespeichert sind, sollen in einer Datei zusammengefasst werden und anschließend in eine MP3-Datei umgewandelt werden. Abschließend soll die Datei hochgeladen und in einem Blog abgespielt werden.

Klingt einfach, ist es aber nicht wirklich.

1. Wie kann man mehrere Audio-Dateien zu einer verbinden?

Egal, ob es Video- oder nur Tonaufnahmen sind, es geht recht gut mit Hilfe des “Windows Movie Maker”, der Bestandteil einer jeden Windows Installation ist oder auch hier heruntergeladen werden kann. Dort hinein lädt man die Dateien und kann sie nun bearbeiten, indem man sie in die Spur am unteren Bildschirmrand zieht und dort zurechtschneidet und verbindet.

Speichern

Wenn man die so erstellte Datei nun speichert, dann hat man das Problem, das dies auch (sehr umständlich … sollte ich etwas übersehen haben, dann bin ich für Tipps dankbar) in mp3 möglich ist, diese aber nicht problemlos kompatibel sind. Also speichert man die Datei in dem dafür vorgesehenen Format (WMA)

Konvertieren in MP3

Im Netz habe ich einige Tools dazu gefunden, aber keines hat sich mir intuitiv erschlossen oder konvertierte wirklich problemlos WMA in mp3. AudioConverter Studio [Download] ist hingegen zu empfehlen. Die Umwandlung der großen Datei gelang problemlos und konnte anschließend in MP3 gespeichert werden. Und wie gesagt: Ohne stundenlanges Lesen einer langen Gebrauchsanweisung.

Riesendatei, was nun?

30 MB war die komprimierte Datei groß. Bindet man eine solche Datei auf seinem eigenen Webspace ein, dann kann das schnell eng werden. Also musste ich mich auf die Suche machen nach einem Hoster für solche Dateien. Da liegt natürlich nichts näher, als einen Hoster für Podcasts auszuprobieren.

Podhost.de schien eigentlich ein guter Anbieter zu sein. Die Datei war von meiner Festplatte schnell hochgeladen und man kann den Podcast dann auch per RSS schnell bei verschiedenen Suchmaschinen und RSS-Verzeichnissen anbieten. Auch einen eigenen Blog bekommt man für diesen Zweck. Und man kann die hochgeladene MP3-Datei auch in weitere Blogs einbinden. Und das Größenlimit für den Upload liegt bei 30MB, also perfekt.

Allerdings ließ sich diese Datei zwar einbinden, aber nicht abhören, was irgendwie nicht so gut ist, wenn man einen Podcast zur Verfügung stellen möchte. Woran das liegt, konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden und zur genauen Fehlersuche bin ich zu ungeduldig.

Für große Dateien im Video-Format hatte ich vor langer Zeit einmal “Blip-TV” als gute Lösung gefunden. Dort hatte ich einen einstündigen Vortrag als Video-Datei hochladen können, was bei Youtube und anderen Video-Anbietern nicht möglich ist. Das Hochladen über den Webbrowser funktionierte hier zwar auch, aber irgendwie erkannte er die Datei nicht als reine Audio-Datei.

Die Lösung: Hochladen bei Blip.tv per FTP

Für Blip gibt es auch die Möglichkeit, eine Datei direkt per FTP hochzuladen, das ist auf der Seite ausführlich erklärt. Anschließend steht sie im sogenannten Dashboard meines Accounts zur Verfügung und war auch direkt auf der Seite abspielbar.

Einbinden in das Blog

Nun brauchte ich nur noch einen Adio-Player, der auf dem Blog ohne viel Gedöns die hochgeladene MP3-Datei abspielt. Ich wählte dazu den Audioplayer von 1 Pixel Out, einem extrem simplen Plugin für Wordpress. Schnell installiert und mit der eigenen Syntax [audio:und die URL des Podcasts auf blip] in ein Post eingebunden.

Das war´s.

Große MySQL-Datenbanken exportieren

2. Juni 2009

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Mit phpMyAdmin. Über Shell würde das sicherlich Problemlos laufen, aber dazu bin ich irgendwie nicht schlau genug, obwohl ich einen Zugang habe.

Aktuell bin ich gerade dabei ein wenig zu testen, ob ein Umzug der ganzen Datenbank-Funktionen auf einen Server sinnvoll ist, um die Performance der Seite zu verbessern. Die Idee: Alle Datenbank-Funktionen auf einen Server, so dass der andere Server nur noch php, die Bilder und HTML sowie ein paar Scripte abarbeiten muss. In Anbetracht des riesigen Forums bin ich da zwar nicht so sicher, aber versuchen kann man es ja einmal.

Das Problem: Maximale Dateigröße überschritten

Dieses Blog hier ist auf auf dem wunschkinder.net-Server und nun das erste “Test-Opfer”
Das Problem: Auch gezippt ist der DUMP dieses Blogs mehr als 5 MB groß. Wie ich später feststellte, ist das begründet durch Spam-Karma, meine Abwehr gegen automatisierte Spam-Kommentare. Wenn man die Logs nicht automatisch in regelmäßigen Abständen löscht, dann bläst das die Datenbank ungeheuer auf.

Nun limitiert phpMyAdmin den Import einer Datenbank auf 2,048 KB. Man kann das mit der php.ini ändern, aber auch das wollte und konnte ich nicht. Bei meiner Suche bin ich auf eine narrensichere Lösung gestoßen: Man kann ein gezipptes Dump direkt auf den Server laden. In einem speziellen Verzeichnis, welches man neu erstellen muss und welches direkt im Verzeichnis von phpMyAdmin unterzubringen ist. Lädt man die Datei hoch, dann erscheint sie beim Import als Auswahl-Möglichkeit. Ein Klick und fertig.

Vorausgesetzt, man hat die entsprechende Datenbank bereits erstellt. Sonst meldet phpMyAdmin

MySQL meldet:
#1046 - No database selected

Ich war fest davon ausgegangen, dass der Befehl “Create database” bereits im Dump enthalten ist, jedoch ist dies offenbar nicht der Fall. Wenn man das beherzigt, dann kann man mit dieser ausführlichen Erklärung eigentlich nicht mehr viel falsch machen.

Dann benötigt man nur noch phpMyAdmin und ein FTP-Programm. Anschließend muss man noch die wp-config.php für die Datenbank ändern (Neuer Server, Neues Passwort, die Datenbank bleibt ja gleich) und schon läuft alles auf dem neuen Server.

Das nur, damit ich es später schnell wieder finde, falls ich es erneut benötige. Und vielleicht kommt ja jemand über Google hierher und kann den Tipp brauchen, ich habe zumindest ziemlich lange suchen müssen.

Ist die Verwendung von 12 Eizellen medizinisch notwendig?

27. April 2009

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Kürzlich habe ich in den Kinderwunsch-News einen Artikel veröffentlicht, in dem es darum ging, ob eine private Krankenversicherung die ICSI an mehr als 5-6 Eizellen bezahlen muss. Das Landgericht Köln entschied, dass eine Limitierung der ICSI auf eine Zahl von 6 nicht rechtens sei.

Ich hatte als Gutachter ebenfalls in einem Landgerichtsprozess Stellung zu einem ähnlich gelagerten Fall zu nehmen. Damals ging es um eine 40jährige Patientin, deren Mann einen eingeschränkte Spermienqualität aufwies und daher die ICSI der einzige Weg war, um den gemeinsamen Kinderwunsch zu erfüllen. Obwohl ich sonst kein großer Freund der Übertragung von drei Embryonen bin, sah ich dies in diesem Fall aufgrund des Alters als gerechtfertigt an. Und nun Auszüge aus dem Gutachten:

Drei Embryonen zum Transfer zur Verfügung zu haben ist Ziel bei einer Behandlung von Frauen, die das 40. Lebensjahr vollendet haben. Darüber hinaus ist jedoch auch die Qualität der Embryonen entscheidend. Das Ziel der Behandlung ist daher der Transfer von drei optimalen Embryonen. Die Qualität wird dabei lichtmikroskopisch beurteilt und korreliert mit der Einnistungsfähigkeit der Embryonen. Beurteilt wird die Teilungsgeschwindigkeit, die Symmetrie der Blastomeren, das Vorhandensein von Einschlüssen im Zytoplasma („Fragmentierungen“)[1].

Wie wichtig diese Qualitätsmerkmale sind, zeigt sich an einer Statistik des Deutsches IVF-Registers, Jahrbuch 2004 [2], Seite 16. Hier wird nach Altersgruppen aufgeschlüsselt, wie hoch die Schwangerschaftsraten in Abhängigkeit von Zahl und Qualität der transferierten Embryonen ist. In der Altersgruppe über 40 beträgt die Schwangerschaftsrate mit drei nicht idealen Embryonen 5,26%, während nach einem Transfer von drei idealen Embryonen durchschnittlich 17,42% der Frauen schwanger werden. Noch dramatischer ist das Ergebnis, wenn weniger als drei Embryonen übertagen werden können. Mit einem qualitativ schlechten Embryo werden nur noch 1,3% der Frauen schwanger.

Das Deutsche Embryonenschutzgesetz lässt jedoch eine Selektion von Embryonen im Mehrzellstadium nicht zu. Bereits im Vorkernstadium müssen die befruchteten Eizellen ausgewählt werden, welche dann später im Embryonalstadium in die Gebärmutter übertragen werden.

Geht man von einer durchschnittlichen Fertilisationsrate von ca. 50-60% aus, dann müsste man daher lediglich 5-6 Eizellen einer ICSI-Behandlung unterziehen, um genügend Embryonen zur Verfügung zu haben. Lassen wir jetzt mal außen vor, dass die Befruchtung bei fast 4% der ICSI-Behandlungen komplett ausbleibt und ein Teil der befruchteten Eizellen sich nicht weiterentwickelt, so dass fast 7% der ICSI-Behandlungen ohne einen Transfer enden. Die individuelle Befruchtungsrate ist vorher nicht sicher einzuschätzen. Dies ist zwar sicherlich ein Grund, weshalb man – wenn möglich - mehr als 6 Eizellen einer ICSI unterziehen sollte, aber nicht der wichtigste.

Das Embryonenschutzgesetz wird so interpretiert, dass nicht mehr als 3 Eizellen bis zum Embryonalstadium kultiviert werden dürfen. Das bedeutet aber keinesfalls, dass eine Selektion nicht stattfinden darf. Im Gegenteil, sie sollte unbedingt durchgeführt werden. Und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem diese Auswahl in Deutschland durchgeführt werden darf: dem Vorkernstadium.

Einen Tag nach der Punktion bilden sich üblicherweise als Zeichen der Befruchtung zwei sogenannte Vorkerne in den Eizellen aus, die jeweils den halben väterlichen und mütterlichen Chromosomensatz beinhalten. Das PN-Scoring (von Pronuclei = Vorkerne) ist eine Methode, bei der entsprechend bestimmter festgelegter Kriterien die Qualität der Vorkernstadien festgestellt werden kann und letztlich diejenigen ausgewählt werden, welche sich mit der höchsten Wahrscheinlichkeit zu einem einnistungsfähigen Embryo entwickeln.

Eine Studie aus dem Jahre 2003 konnte nachweisen, dass die Beurteilung der befruchteten Eizellen im Vorkernstadium mit der genetischen Intaktheit der daraus sich entwickelnden Embryonen korreliert [3]: Die Lage der Vorkerne in der Zelle, Gestalt und Verteilung der Nucleoli und die Orientierung der Polkörperchen im Hinblick auf die Vorkerne korrelierten statistisch signifikant mit dem Vorhandensein von chromosomalen Defekten der späteren Embryonen. Vier bestimmte Konfigurationen in Gestalt und Lage der Polkörperchen, Vorkernen und Nucleoli (rundliche Strukturen in den Vorkernen) wiesen im Vergleich zu anderen Mustern auf eine hohe Wahrscheinlichkeit genetisch normaler Embryonen hin.

Daraus lässt sich also schließen, dass eine Auswahl der richtigen Eizellen in diesem Stadium der Embryonalentwicklung bereits möglich ist. Der weiteren Frage, ob das schematisierte Scoring der üblichen Beurteilung durch einen erfahrenen Biologen überlegen ist, widmete sich eine weitere Studie [4]. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das PN-Scoring nur einen geringen Vorteil hat und ein erfahrener Biologe nach dem Scoring die gleichen Embryonen auswählen würde wie ohne dieses Verfahren.

Ob also mit „PN-Scoring“ oder nach weniger systematischer Beurteilung der Vorkernstadien durch einen erfahrenen Biologen, das Ziel und das Resultat bleibt gleich. Eine Selektion der richtigen Vorkernstadien ist eminent wichtig. Dies vor allem bei der „älteren Frau“ auch, da der Anteil genetisch nicht intakter Eizellen (Aneuploidie) hier 50%-60% und mehr erreichen kann [5,6]. Rein rechnerisch stellt sich also ein höherer Bedarf an Eizellen dar.

Unter der realistischen Annahme, dass sich 50% der Eizellen befruchten und davon wiederum 50% eine Aneuploidie aufweisen können und drei optimale Embryonen transferiert werden sollen ergibt sich, dass die Befruchtung von 12 Eizellen medizinisch sinnvoll ist. Aufgrund der genannten Voraussetzungen ist es keinesfalls vertretbar, überschüssige Eizellen ohne einen Befruchtungsversuch zu verwerfen und damit die Chancen für den Eintritt einer Schwangerschaft zu mindern.

Selbstverständlich sollten diese Überlegungen nicht zu einer exzessiven hormonellen Stimulation der Eierstöcke führen, da dies zu einem Überstimulationssyndrom führen kann und darüber hinaus auch die Qualität der Eizellen beeinträchtigt. Unabhängig vom Alter der Patientinnen konnte in großen retrospektiven Untersuchungen gezeigt werden, dass mehr als 15 Eizellen die Erfolgsraten einer IVF- oder ICSI-Behandlung vermindern können [7].

Die Frage an den Gutachter bezieht sich explizit auf die medizinische Notwendigkeit, 12 Eizellen zu befruchten und es ist hier auch klar zu trennen zwischen dem medizinischen Vorgehen und der Abrechnung dieser medizinischen Leistungen, die jedoch nicht Gegenstand des Gutachtens ist. Aus medizinischen Gründen ist dies nicht nur zu rechtfertigen, sondern unbedingt notwendig, wenn diese Zahl an Eizellen vorliegt.

Im Gegensatz zum aktuellen Fall vor dem Landgericht Köln ging es bei diesem nicht um die Frage, ob es gerechtfertigt ist, mehr als 6 Eizellen zu befruchten, sondern lediglich darum, ob die Zahl von 12 befruchteten Eizellen im strittigen Fall medizinisch zu rechtfertigen ist. Das Ergebnis des (für die Kläger = Versicherten positiven) Urteils hatte daher keinen allgemeingültigen Charakter wie bei dem nun vorliegenden des Landgerichts Köln.

Literatur

[1]. K. Diedrich (Hrsg.)
Weibliche Sterilität: Ursachen, Diagnostik und Therapie
Springer Verlag, 1998

[3]. Gianaroli L, Magli MC, Ferraretti AP, Fortini D, Grieco N.
Pronuclear morphology and chromosomal abnormalities as scoring criteria for embryo selection.
Fertil Steril. 2003 Aug;80(2):341–9.

[4]. Ludwig AK, Werner S, Diedrich K, Nitz B, Ludwig M.
The value of pronuclear scoring for the success of IVF and ICSI-cycles.
Arch Gynecol Obstet. 2005 Dec 7:1-9

[5]. Kuliev A, Cieslak J, Ilkevitch Y, Verlinsky Y.
Chromosomal abnormalities in a series of 6,733 human oocytes in preimplantation diagnosis for age-related aneuploidies.
Reprod Biomed Online. 2003 Jan-Feb;6(1):54-9

[6]. Kuliev A, Cieslak J, Verlinsky Y.
Frequency and distribution of chromosome abnormalities in human oocytes.
Cytogenet Genome Res. 2005;111(3-4):193-8

[7]. Timeva T, Milachich T, Antonova I, Arabaji T, Shterev A, Omar HA.
Correlation between number of retrieved oocytes and pregnancy rate after in vitro fertilization/intracytoplasmic sperm injection.
ScientificWorldJournal. 2006 Jun 21;6:686-90